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Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries zu Gast in der WeiberWirtschaft

„Wir brauchen mehr Engagement und professionelle Unterstützung für Gründerinnen im ganzen Land!“

 

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Brigitte Zypries besuchte heute, am 7. August 2017, die WeiberWirtschaft. Im Gespräch mit den Firmenchefinnen der Agentur press factory (www.press-factory.com) und den Gründerinnen des Instituts für Empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung (www.ines-berlin.de) informierte sie sich über die Erfahrungen von Unternehmerinnen und diskutierte über die Frage, wie man noch mehr Frauen für eine unternehmerische Selbständigkeit begeistern kann. Denn im Vergleich zu vielen anderen Wirtschaftsnationen gibt es in Deutschland noch deutlichen Nachholbedarf bei der Gründerinnenquote. Gerade angesichts der Herausforderungen der Zukunft wie demografischer und Klimawandel kann man auf das unternehmerische Potenzial der Frauen nicht verzichten.

Am Berliner Standort für Gründerinnen und Unternehmerinnen der WeiberWirtschaft eG scheint die Welt in Ordnung zu sein: Rund 65 Firmen in Frauenhand haben ihren Sitz in dem genossenschaftlichen Gewerbehof, Kita und Tagungsräume sind schon immer selbstverständlich, Vernetzungs- und Qualifizierungsangebote bietet die „Gründerinnenzentrale – Navigation in die Selbständigkeit“ und Mikrokredite gibt es im Vorderhaus bei „Goldrausch e. V.“. Ministerin Zypries ist beeindruckt: „Solch großes Engagement und professionelle Unterstützung brauchen wir eigentlich im ganzen Land“.

Kein Wunder, dass Berlin nicht nur als Eldorado der Gründer-, sondern längst auch der Gründerinnenszene gilt und Spitzenwerte beim Anteil der durch Frauen realisierten Gründungen verzeichnet. Dennoch: „Da geht noch mehr!“, meint die Geschäftsführerin der Frauengenossenschaft. Die Förderprogramme seien vielfach auf Männer zugeschnitten, bei Investitionsrunden gebe es weniger Geld und auch im privaten Umfeld fänden Frauen statistisch gesehen weniger Unterstützung. „Diese zusätzlichen Hürden meistern viele Gründerinnen natürlich mit Links, aber was für eine Ressourcenverschwendung! Wenn sich mehr Frauen selbständig machen sollen, müssen diese Hürden dringend identifiziert und abgebaut werden.“

Auch Bundesförderprogramme tragen dazu einen wesentlichen Teil bei: “Mit den Querschnittszielen des Europäischen Sozialfonds (ESF) ist das EXIST-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums für Gründungen aus Hochschulen bereits auf die Gleichstellung ausgerichtet. Ich freue mich daher umso mehr, dass es im ersten Halbjahr 2017 gelungen ist, die Quote der Gründerinnen im Förderprogramm signifikant auf 18% zu steigern.“ sagte Bundesministerin Zypries. Die Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland bleiben aber aufgerufen, vor Ort konkrete niedrigschwellige Angebote für potenzielle Gründerinnen zu entwickeln, um den positiven Trend weiter zu verstärken. Insbesondere der Mikrokreditfonds ist ein auf Bundesebene einzigartiges Programm für kleine Unternehmen und junge Unternehmerinnen, die keinen Zugang zu Bankdarlehen haben, da sie häufig eine schlechte Bonitätseinstufung erhalten oder ihnen Vermögenswerte und Sicherheiten fehlen. Die Erhöhung der Gründerinnenquote ist auch das Ziel der vom Bundeswirtschaftsministerium schon vor Jahren mit initiierten bundesweiten gründerinnenagentur (bga) und der Initiative FRAUEN Unternehmen (www.existenzgruenderinnen.de).

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Zypries_im_Hof_der_WeiberWirtschaft.jpg