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Frauen finanzieren Frauen

Poolfinanzierung für Startups in Frauenhand unter dem Dach der WeiberWirtschaft

Die Frauengenossenschaft WeiberWirtschaft hat zum ersten Mal eine eigene Business-Angel-Finanzierung umgesetzt. Das Startup INES Analytics (www.ines-analytics.com) geht für die Entwicklung ihrer HR-Software FAIR_Solution mit einer Finanzierung von Frauen für Frauen an den Start!

Das Thema Finanzierung bewegt die Genossenschaft schon seit Jahren. Seit 2013 kann sie ihren Mitgliedern zwar schon Mikrokredite anbieten. Aber bei Startups geht es um ganz andere Summen.

Damit hat die Genossenschaft selbst bereits Erfahrungen sammeln können, als ihre Gründerinnen allerlei mehr oder weniger offene Diskriminierung erlebten, bis sie den zweistelligen Millionenbetrag für Kauf und Sanierung des eigenen Gewerbehofs akquiriert hatten. Auch heute, mehr als 30 Jahre später, ist die Finanzierung immer noch eine der größten Hürden für Unternehmensgründungen in Frauenhand: Frauen haben signifikant weniger Chancen, Kapital zu erhalten. Dabei spielen eine Menge unbewusste Vorurteile, aber auch strukturelle Benachteiligungen von Frauen eine Rolle. Forscherinnen fanden zum Beispiel heraus, dass Frauen meist nach den Risiken einer Unternehmensgründung gefragt werden und Männer über die guten Chancen erzählen dürfen. Und selbst wenn Frauen dann gut vorbereitet die Erfolgsaussichten ihres Vorhabens in den Vordergrund stellen, wird ihnen weniger zugetraut. Dabei gibt es viele Indikatoren, die darauf hinweisen, dass Frauen Risiken realistischer einschätzen und deshalb im Endeffekt erfolgreicher mit Investitionskapital umgehen als Männer.

Die WeiberWirtschaft eG organisierte Selbsthilfe, stellte ein Positionspapier „Frauen und Geld“ auf, richtete Veranstaltungen wie z. B. „Female Funding – Wie Frauen Frauenunternehmen finanzieren können“ im Rahmen eines EU Projektes gemeinsam mit den Venture Ladies und der Italienischen Handelskammer für Deutschland (ITKAM) aus. In der Schwesterorganisation Gründerinnenzentrale (www.gruenderinnenzentrale.de) werden Gründerinnen vorbereitet und dabei unterstützt, die eigene Gründungsfinanzierung umzusetzen. In Kooperationsprojekten wie zum Beispiel im bga-Projekt KITE – KI Thinktank Female Entrepreneurship (www.kite-bga.de) werden Maßnahmen ersonnen, wie Gründerinnen Diskriminierungsmuster schneller erkennen können und wie ihre Resilienz erhöht werden kann. „Aber am Ende“, so Vorstandsfrau Katja von der Bey, „geht es nicht darum die Frauen zu verändern, sondern die Strukturen, die sie behindern!“

Die Genossenschaft organisierte für die Finanzierung von FAIR_Solution zum ersten Mal einen Investorinnenpool. Dabei soll es nicht bleiben, weitere Vorhaben sollen folgen, die Selbsthilfe ist schließlich in der DNA einer Genossenschaft angelegt. „Jetzt haben wir eine Blaupause für weitere Poolfinanzierungen von Frauen für Frauen“, so von der Bey.

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Foto: Sharon Mc Cutcheon on unsplash

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