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Mein Weg zur Genossenschafterin - Angela Kuboth berichtet

Seit Sommer dieses Jahres 2014 bin ich Genossenschafterin bei der Berliner WeiberWirtschaft.  Dass das im 25. Jahr der WeiberWirtschaft passierte, war Zufall. Dass es passierte, das war kein Zufall, sondern Folge einer, meiner Geschichte. Sie mündet darin, dass mein letztes Geld vom Firmenkonto in Genossenschaftsanteile floss,  und ich heute frohen Mutes auf neuen (beruflichen) Pfaden wandele. Und hier ist meine Geschichte:

Ich feierte am 1. Juni dieses Jahres das Jubiläum meines eigenen Magazins  – ein regionales Familienmagazin. Das hatte ich als Freiberuflerin 2009 gegründet. Es war ein tolles Fest am 1. Juni in Feldberg - mit vielen Leserfamilien, Nutzern und Autoren. Auch Freunde kamen und ehemalige Kollegen aus meiner langjährigen (vorher-)Zeit als Wirtschaftsredakteurin bei einer regionalen Tageszeitung. Sie alle wussten: es wird ein Abschiedsfest. Denn danach verließ ich nach über 20 Jahren Mecklenburg-Vorpommern. In meiner alten Heimat – der Lausitz – erwartete mich meine 80jährige Mutter. Als Freiberuflerin kann ich Alltags-Begleitung für sie leisten und trotzdem nach neuer beruflicher Herausforderung Ausschau halten.

Zuvor aber wollte ich einen Schlussstrich ziehen unter die bisherige Arbeit. Beim Leeren der Ordner und beim Aussortieren meines bisherigen Büros fand ich einen Hefter „Frauen in Führung“. Ich hatte bei meinem Start in die Freiberuflichkeit einen Kurs unter diesem Motto bei einem Bildungsträger belegt, um Buchhaltung, Zeitmanagement, Marketing und so allerlei mehr zu lernen. In diesem Hefter fanden sich Notizen zu einem Haus der Unternehmerinnen in Neubrandenburg. Diese Stadt war mein damaliger Arbeitsort.  In diesem Hefter fanden sich  mehrere Seiten über die Berliner WeiberWirtschaft. Ich erinnerte mich, dass ich als Wirtschaftsredakteurin den frisch gegründeten Neubrandenburger UnternehmerinnenVerein  - es muss um 2006  herum gewesen sein - nach Berlin zur WeiberWirtschaft begleitet und darüber auch auf der regionalen Wirtschaftsseite meines damaligen Arbeitgebers berichtet hatte. Als Selbständige wurde ich Mitglied im Neubrandenburger UnternehmerinnenVerein, wollte ein Büro für freie Journalistinnen – mit Kinderbetreuung – eröffnen. Und zwar in eben diesem Haus der Unternehmerinnen. Wir prüften Standorte, Finanzen, sprachen mit potentiellen Gründerinnen und gestandenen Mitgliedern, die mit einziehen hätten wollen, planten eine Homepage. Immer hatten wir dabei unser „Vorbild“, die Berliner WeiberWirtschaft, vor Augen. Aufmerksam wurde unser Mühen in der Stadt verfolgt. Aber so wie ich zeitnah eine Entscheidung über mein Büro als Freiberuflerin treffen musste, erging es den anderen Unternehmerinnen. Eine Interessentin nach der anderen sprang ab und letztlich kam das Projekt nicht zustande. Im UnternehmerinnenVerein wird ab und an noch darüber gesprochen und ganz abgehakt ist das Thema noch immer nicht. Als ich bei meinem Abschied aus dem Verein über meinen aktualisierten Kontakt zur WeiberWirtschaft berichtete, hörten die Unternehmerinnen aufmerksam zu und freuten sich auf weitere Informationen.

Mein persönliches Happy End: Ich beschloss nach meinem Blättern im Mai dieses Jahres, selbst Genossenschafterin in Berlin zu werden. Da ich meinen Wohnsitz in MV behalten habe und neue Büro-Kontakte in Sachsen und Berlin/Brandenburg knüpfe, passe ich als Netzwerkerin gut in die WeiberWirtschaft. Zufall oder gutes Omen? Gleich zum Start konnte ich an einer Jahresversammlung teilnehmen, dabei etliche Genossenschafterinnen kennenlernen. Ich sprach mit einer der Gründerinnen, die sehr persönlich die Anfänge schilderte. Spaß hatten wir zusammen beim anschließenden Fotoshooting. Ich hoffe, mein  Wissen als Wirtschaftsredakteurin bei den Finanzen praktisch einbringen zu können. Gerade trage ich Erfahrungen mit Eltern-Kind-Büros in Deutschland zusammen. Denn auch wenn es mit dem eigenen Journalistinnen-Büro samt Kinderbetreuung in Neubrandenburg nicht geklappt hat - die Informationen über die Rockzipfel-Bewegung in Deutschland können anderen nutzen. Wer weiß, vielleicht gibt es bald in der WeiberWirtschaft ein Büro, dass „Coworking mit Kind“ unterstützen hilft.

Lauta im November 2014

Angela Kuboth, Diplomjournalistin
a.kubothwebde
Tel. 0170 1827996